Sie befinden sich hier: Aktuelles
  Das Logo der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität; Copyright: Uni Bonn ZEI Logo
ZEI
Trennlinie
   
  Über ZEI
  Aktuelles
  Archiv
  Veranstaltungen
  Graduiertenausbildung und Weiterbildung
  Forschungsgruppen
  Publikationen
  Bibliothek
  Mitarbeiter
 
   
 
 Neuerscheinung: Ludger Kühnhardt, Region-Building
Ludger Kühnhardt, Vol. I: The Global Proliferation of Regional Integration, Oxford / New York: Berghahn Books 2010, 491 Seiten mit Bibliographie und Index, ISBN 978-1-84545-654-2

Ludger Kühnhardt, Vol. II: Regional Integration in the World: Documents, Oxford / New York: Berghahn Books, 2010, 501 Seiten, ISBN 978-84545-1-655-9

Vol. I: The Global Proliferation of Regional Integration, Oxford / New York: Berghahn Books 2010, 495 Seiten mit Bibliographie und Index, ISBN 978-1-84545-654-2
Vol. II: Regional Integration in the World: Documents, Oxford / New York: Berghahn Books, 2010, 503 Seiten, ISBN 978-84545-1-655-9

Nach zwei Jahrhunderten des nation-building und state-building ist die Welt in eine Ära des region-building eingetreten. Auf der Suche nach neuen Formen politischer Stabilität, ökonomischer Prosperität und kultureller Kohäsion spielen regionale Verbundsysteme weltweit eine immer bemerkenswertere Rolle. Während die meisten regionalen Verbundsysteme in der Welt seit einigen Jahren ihre Ambitionen verstärken, ist für sie immer wieder die Europäische Union Referenzpunkt oder gar Vorbild. Dieses sind die Kernthesen in der breit angelegten Studie von ZEI-Direktor Prof. Dr. Ludger Kühnhardt, die auf mehrjährigen Studien und Feldforschungen beruht.

Band I bietet einen theoretischen und konzeptuellen Rahmen, um ausgehend von den Erfahrungen mit der europäischen Integration und dem heute erreichten Forschungsstand zu Problemen der Regionalintegration die Frage nach Zielen, Formen, Grenzen und Perspektiven an regionale Integrationssysteme weltweit zu stellen. Kühnhardt bietet einen ausführlichen Überblick über die wesentlichen regionalen Integrationssysteme in der heutigen Welt. Band II stellt erstmals alle relevanten vertraglichen Grundlagen und Dokumente der regionalen Integrationssysteme in der heutigen Welt vor, wie sie sich seit der Mitte der 20. Jahrhunderts entwickelt haben. Zusammen bieten beide Bände wichtige neue Forschungserkenntnisse über weltweite Trends im Zeitalter von globalen Machtverschiebungen. Sie sind zugleich Grundlagenarbeit für weitere Forschungen zur vergleichenden Regionalintegration.
 
 ZEI Regional Integration Observer
Die zweite Ausgabe des ZEI Regional Integration Observer im Jahr 2010 beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit dem Thema Sicherheitspolitik im regionalen Kontext. Als wichtigstes Ergebnis des europäischen Einigungsprozesses gilt bis heute, was insbesondere auch in Zeiten der Krise immer wieder betont wird, die Befriedung des europäischen Kontinents nach mehreren Jahrhunderten der regelmäßigen kriegerischen Auseinandersetzung. Auch in anderen Regionen entfalten Sicherheitsprobleme und bewaffnete Konflikte eine grenzüberschreitende, regionale Wirkung. Die einzelnen Artikel des RIO beschäftigen sich mit diesen Regionen. Die Autoren analysieren die jeweiligen Konfliktkonstellationen beispielsweise im Kaukasus, in Nordostasien, im Nahen Osten, in Südasien und in Afrika. Sie beschreiben Fortschritte, tiefsitzende Probleme und nennen mögliche Lösungsvorschläge im Rahmen einer engeren Kooperation zur Gewährleistung von Frieden Sicherheit auf regionaler Ebene.
 
 Regionale Integration als Antwort auf die Globalisierung
ZEI-Akademie führte 19 junge Forscher aus aller Welt in Bonn zusammen

Zum vierten Mal hat das Zentrum für Europäische Integrationsforschung (ZEI) im Juli 2010 eine Akademie zur vergleichenden Regionalforschung ausgerichtet. Junge Wissenschaftler aus 14 Ländern setzen sich mit verschiedensten Facetten der regionalen Integration auseinander im Austausch mit Wissenschaftlern und Experten der EU. Die Akademie-Teilnehmer stammten aus verschiedenen regionalen Integrationssystemen außerhalb Europas (MERCOSUR, CAN, ASEAN, SAARC, SADC, ECOWAS, CEMAC, AU and CARICOM). Unter der Leitung von ZEI-Direktor Prof. Dr. Ludger Kühnhardt wurde bei dieser in Europa einzigartigen Akademie insbesondere die Frage erörtert, ob und wie die Europäische Union im Angesicht der Globalisierung auch für andere Weltregionen als Muster dienen kann.
 

Gruppenfoto der Teilnehmer und Dr. Jorgo Chatzimarkakis (Mitglied des Europäischen Parlaments), Prof. Dr. Ludger Kühnhardt (ZEI Direktor) sowie Matthias Vogl und Wiebke Drescher (Programm Koordinatoren)

Gruppenfoto der Teilnehmer und Dr. Jorgo Chatzimarkakis (Mitglied des Europäischen Parlaments), Prof. Dr. Ludger Kühnhardt (ZEI Direktor) sowie Matthias Vogl und Wiebke Drescher (Programmkoordinatoren)
 

Arbeitsgruppe (von links nach rechts): Roshene S. Betton (CARICOM), Atembeshu Miranda Fondem (CEMAC), Martin Aqutime Gnouleleng Edjabou (ECOWAS), Carlos Nahuel Oddone (MERCOSUR), Edgar Juan Saucedo Acosta (Mexiko) und Denise Yoshie Takahashi Obara (MERCOSUR)

Arbeitsgruppe (von links nach rechts): Roshene S. Betton (CARICOM), Atembeshu Miranda Fondem (CEMAC), Martin Aqutime Gnouleleng Edjabou (ECOWAS), Carlos Nahuel Oddone (MERCOSUR), Edgar Juan Saucedo Acosta (Mexiko) und Denise Yoshie Takahashi Obara (MERCOSUR)

Frieden, Sicherheit und wirtschaftlicher Wohlstand gehören 50 Jahre nach ihrer Gründung zu den wichtigsten Errungenschaften der Europäischen Union. Diese Erfolgsgeschichte hat auch auf andere Gegenden der Welt abgefärbt. Sowohl in Afrika als auch in Lateinamerika, der Karibik und Asien haben sich Staaten in regionalen Verbänden zusammengeschlossen und damit Märkte und Grenzen geöffnet. Die Voraussetzungen sind dabei allerdings genauso verschieden wie die eingeschlagenen Wege zur regionalen Integration. Vor diesem Hintergrund leistet die ZEI-Akademie einen Beitrag zum besseren Verständnis untereinander und über die Europäische Union. Bei der Eröffnungszeremonie sprach der Europaabgeordnete Dr. Jorgo Chatzimarkakis über die die Folgen der Euro-Krise.

Auf dem Programm standen neben Vorlesungen, Diskussionen und intensiven Workshops auch Besuche bei den europäischen Institutionen in Brüssel und der Europäischen Zentralbank in Frankfurt. In Brüssel wurde die Gruppe von der ständigen Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen empfangen. So bekamen die aus über 80 Bewerbern ausgewählten Teilnehmer einen direkten Eindruck von der Zusammensetzung und Arbeitsweise der EU und hatten die Möglichkeit, vor Ort mit europäischen Praktikern zu sprechen.

Das Zentrum für Europäische Integrationsforschung an der Universität Bonn hat sich bereits seit einigen Jahren auf die Erforschung der vergleichenden Perspektive der regionalen Integration spezialisiert.

Gefördert wurde die Akademie durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst aus Mitteln des Auswärtigen Amts und durch InWEnt.
 
DAAD
 
Auswärtiges Amt inWent
 
 ZEI startet mehrjährige Kooperation mit dem West Africa Institute (WAI)
ZEI-WAI Working Group Treffen mit WAI Board-Mitgliedern Tolentino, Igue und Lamin, Frau Madders (BMBF), ZEI Direktoren von Hagen und Kühnhardt, ZEI Verwaltungsleiter Ralf Meyer

ZEI-WAI Working Group Treffen mit WAI Board-
Mitgliedern Tolentino, Igue und Lamin, Frau Madders
(BMBF), ZEI Direktoren von Hagen und Kühnhardt,
ZEI Verwaltungsleiter Ralf Meyer

Unter dem Motto „Sustainable Regional Integration in West Africa“ steht die für mehrere Jahre geplante Kooperation des Zentrum für Europäische Integrationsforschung (ZEI)
mit dem West Africa Institute (WAI) in Praia (Kap Verden). Das neue Forschungs- und Beratungsprojekt des ZEI wird gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der
Strategie der Bundesregierung für die Internationalisierung von Wissenschaft und Forschung. Das WAI ist
das erste Institut seiner Art in der gesamten Region und hat zur Aufgabe, den regionalen Integrationsprozess
in Westafrika, der sich in den letzten Jahren zu einem immer wichtigeren politischen Faktor in entwickelt hat, wissenschaftlich zu analysieren, die dortigen Entscheidungsträger
auf dieser Basis konkret in ihren Entscheidungen zu beraten und die Bedeutung und das Wissen über
regionale Integration in ganz Westafrika zu fördern.

Das ZEI wird, so ZEI-Direktor Prof. Dr. Ludger Kühnhardt, diese Entwicklung durch wissenschaftliche und administrative Beratung aktiv unterstützen und dem WAI in seiner Entstehungsphase bei der Erarbeitung und späteren Implementierung seines ersten Forschungsplans helfen. Dafür werden durch eine gemeinsame Arbeitsgruppe von WAI und ZEI, bestehend aus afrikanischen und europäischen Wissenschaftlern, zunächst die Haupthindernisse gelungener regionaler Integration in Westafrika definiert und im Anschluss daran erste Lösungsmöglichkeiten erarbeitet werden, welche anschließend in gemeinsamen Forschungsprojekten des ZEI und des WAI tiefgehender untersucht werden. Der Gründungsdirektor des West Africa Institute, Dr. Corsino Tolentino, früherer Bildungsminister der Kapverden, begrüßte anlässlich des ersten Arbeitsgruppentreffen am 29.Juni 2010 das intensive Engagement des ZEI und die Unterstützung der Zusammenarbeit durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dessen Internationales Büro. Die gemeinsame Arbeitsgruppe des ZEI und des WAI wird am ZEI betreut von Matthias Vogl.
 
 ZEI Discussion Paper
Uwe Leonardy: Is the European Federation a “Mission Impossible”?

ZEI Discussion Paper C 201/2010

In seinem Urteil zum Vertrag von Lissabon vertritt das deutsche Bundesverfassungsgericht die Auffassung, das Europäische Parlament könne auf Grund seiner Zusammensetzung kein ausreichendes Subjekt demokratischer Legitimation bei der Gründung eines europäischen Bundesstaates sein und im Falle einer solchen Gründung werde Deutschland sich eine neue Verfassung durch Volksentscheid geben müssen. Der Artikel untersucht diese Folgerungen, indem er das Verständnis des Gerichts von einem europäischen „Staatenverbund“, von der EU als einer supranationalen Organisation, von dem Begriffen der „Verfassungsidentität“ und der „Souveränität“, von den Erfordernissen demokratischer Repräsentation in der EU, von der neuen Kategorisierung der EU-Kompetenzen und von den Notwendigkeiten für ihre Begrenzung analysiert. Im Schlussteil werden die judiziellen Aussichten für eine Europäische Föderation mit dem Ergebnis geprüft, dass solche Möglichkeiten entgegen der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts nicht als aussichtslos anzusehen sind.
 
 EU Kommissar Günther H. Oettinger fordert „Europäisierung der Energiepolitik“
EU Kommissar Günther H. Oettinger spricht auf der Abschlussfeier der ZEI Class of 2010

EU Kommissar Günther H. Oettinger
spricht auf der Abschlussfeier der
ZEI Class of 2010

Abschlussfeier der “Class of 2010” des Master of European Studies (MES) und des Master of European Regulation of Network Industries (MERNI):

EU Kommissar Günther H. Oettinger fordert eine beschleunigte „Europäisierung der Energiepolitik“. Dies sei die entscheidende Antwort auf die Herausforderungen, denen sich Europa in Bezug auf seine zukünftige Energieversorgung gegenübersieht. Das für die Energiepolitik verantwortliche Mitglied der Europäischen Kommission betonte in einem Vortrag am Zentrum für Europäische Integrationsforschung, dass gerade in Zeiten der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise der Zusammenschluss der EU- Mitgliedsländer immer wichtiger werde in allen Fragen, die das Verhältnis Europas zu seiner Aussenwelt betreffe. Die Energieversorgung Europas werde nur durch eine gemeinsame Zusammenarbeit und eine schrittweise, aber beschleunigte Europäisierung gesichert werden können. Diesbezüglich sei die schriftliche Fixierung der europäischen Energiepolitik im Lissabon-Vertrag als wichtiger Erfolg und als Voraussetzung der zukünftigen EU-Energieaussenpolitik zu sehen.

ZEI Discussion Paper C 202/2010

EU Kommissar Oettinger sprach auf der Abschlussfeier der beiden Studiengänge Master of European Studies (MES) und des Master of European Regulation of Network Industries (MERNI) vor über einhundert Gästen am 25.Juni 2010. 40 Absolventinnen und Absolventen beider Studiengänge aus 21 unterschiedlichen Ländern wurden nach erfolgreichem Studium am ZEI verabschiedet. Mit dieser „Final Ceremony“ der „ZEI Class of 2010“ beging das Forschungsinstitut zugleich sein fünfzehnjähriges Bestehen. Der Vorsitzende des ZEI Beirates, Prof. Dr. Günther Schulz, und der Bonner Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch würdigten die Bedeutung des ZEI für die Internationalität des Wissenschaftsstandortes Bonn. ZEI Direktor Prof. Dr. Ludger Kühnhardt dankte allen Unterstützern und Freunden des ZEI, vor allem der europaweiten Fakultät. Die Auszeichnung „best lecturer“ von Seiten der Studierenden ging an Richard Crowe vom Europäischen Rechnungshof, Prof. Dr. Ryszard Rapacki von der Warsaw School of Economics sowie Prof. Dr. Peter van Ham vom Netherlands Institute of International Relations. Im Rahmen der Festveranstaltung stellte ZEI Senior Fellow Dr. Andreas Marchetti das DFG-geförderte Forschungsprojekt „ Europe 2020: Work- in- Progress“ vor, das das ZEI derzeit mit dem Institut Français des Relations Internationales (IFRI) in Paris durchführt.
 
 Bericht gibt Überblick über 15 Jahre Forschungsarbeit am ZEI
VERÖFFENTLICHUNGEN UND FORSCHUNGEN DES ZEI, ZEI PUBLICATIONS AND RESEARCH, 1995-2010 Das Zentrum für Europäische Integrationsforschung (ZEI) besteht seit 15 Jahren. Basierend auf dem Beschluss des Senats der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität vom 4. Mai 1995 und anfangs durch Bundesmittel im Rahmen des „Berlin-Bonn-Vertrags“ aus dem Jahr 1994 finanziell ermöglicht, hat sich das ZEI seither als breit aufgestelltes Forschungsinstitut zu Fragen der europäischen Integration nationale und internationale Anerkennung erworben.

Die Forschungsarbeiten des ZEI beziehen sich auf jeweils aktuelle Fragen der europäischen Integration, die aus den Perspektiven der Politischen Wissenschaft, sowie der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften bearbeitet werden. In Verknüpfung mit Beratungsaufgaben und Forschungsaufträgen bietet das ZEI zudem Weiterbildungsmöglichkeiten im Bereich der wissenschaftlichen Nachwuchsförderung und von mid-career Trainingsmaßnahmen. Neben jährlich stattfindenden Sommerschulen hat das ZEI zwei innovative und erfolgreiche Weiterbildungstudiengänge entwickelt – den Master of European Studies (MES, seit 1999) und den Master of Regulation of Network Industries (MERNI, seit 2008) – die jedes Jahr eine internationale Studentenschaft anziehen und diese fit für die Arbeit in internationalen Organisationen oder Unternehmen sowie in nationalen oder europäischen Institutionen machen.

Anlässlich des 15-jährigen Bestehens des ZEI (1995-2010) gibt eine Broschüre einen detaillierten Überblick über Struktur und Aufgabenprofil sowie zu den bisherigen Forschungsschwerpunkten des ZEI. Ergänzt wird der Bericht durch eine Liste sämtlicher bisheriger Publikationen, Veranstaltungen und Fellows des ZEI.
 

 Neurscheinungen: Schriften des Zentrum für Europäische Integrationsforschung
Ludger Kühnhardt, Europa: Innere Verfassung und Wende zur Welt. Standortbestimmung der Europäischen Union.
Ludger Kühnhardt, Europa: Innere Verfassung und Wende zur Welt. Standortbestimmung der Europäischen Union. Schriften des Zentrum für Europäische Integrationsforschung (ZEI), Band 72, Baden-Baden: Nomos, 359 Seiten, 2010, ISBN 978-3-8329-5497-0

Das erste Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts hat die Europäische Union im Wechselspiel von Fortschritt und Regression, Aufbruch und Stagnation durchmessen. Im Ganzen ist der historische Prozess der europäischen Einigung konsolidiert. Die europäische Einigung ist nicht widerspruchsfrei. Je mehr sie voranschreitet, sich konsolidiert und in die unterschiedlichen Strukturen der Gesellschaften und Staaten Europas einwirkt, desto unausweichlicher nehmen auch die Stimmen der Skeptiker zu. Zur Phase der Konsolidierung gehört die Auseinandersetzung mit ihnen. Dabei geht es um nicht weniger als darum, die europäische Einigung neu und zeitgemäss zu begründen. Im 21. Jahrhundert muss sich Europa neu einordnen in die Welt der Globalität: Europa sucht noch immer seinen ihm angemessenen Ort in dieser neuen Weltordnung.

Die in diesem Band versammelten Beiträge des Direktors des Bonner Forschungsinstituts sind zwischen 2005 und 2010 entstanden. Sie sind Spiegel einer Zeit des Ringens der EU um Verfassung und Vertragsreform, entstanden im Lichte der immer weiter voranschreitenden Globalität und ihrer Anfragen an den Standort Europas in der Welt.

Ludger Kühnhardt, European Union – The Second Founding. The Changing Rationale of European Integration.

Ludger Kühnhardt, European Union – The Second Founding. The Changing Rationale of European Integration, Schriften des Zentrum für Europäische Integrationsforschung (ZEI), Band 67, Baden-Baden: Nomos, 672 Seiten, 2010 (zweite, überarbeitete und erweiterte Auflage), ISBN 978-3-8329-5505-2

Prof. Dr. Ludger Kühnhardt, Direktor am Zentrum für Europäische Integrationsforschung (ZEI) der Universität Bonn, legt eine überarbeitete und erweiterte Neuauflage seiner breit angelegten Studie über den bisherigen Entwicklungsprozess der europäischen Integration und dessen weltpolitische und wissenschaftstheoretische Zusammenhänge vor. Seine Studie geht von der zweifachen These aus, dass sich die EU seit einigen Jahren einer zweiten Gründung unterzieht und sich dabei zugleich die Begründung für die europäische Integration wandelt. Nach der ersten Gründung 1957 erfolgt seit Ende der achtziger/Anfang der neunziger Jahre eine stärkere Politisierung der Integration, verbunden mit gesteigertem Interesse der europäischen Bürger (aber auch stärkerer Kritik) an der Integration. Zugleich wandelt sich seit dem Ende des Kalten Krieges und der Überwindung der Teilung Europas die Begründung: War die europäische Integration in den ersten Jahrzehnten vorrangig eine Angelegenheit der inneren Aussöhnung unter den Staaten und Völkern Europas, so richtet sie sich seit einigen Jahren immer deutlicher aus an der Suche nach einer neuen globalen Rolle Europas im Zeitalter der Globalisierung und des Managements globaler Fragestellungen.

Kühnhardts Studie rekonstruiert die zentralen Weichenstellungen der ersten fünf Jahrzehnte der europäischen Einigung. Er richtet ein besonderes Augenmerk auf die Funktion von Krisen in der Integration, zumal im Lichte des europäischen Verfassungsfortbildungsprozesses der vergangenen Jahre. In systematischer Weise beleuchtet er den Zusammenhang von europäischer Integration und transatlantischen Beziehungen sowie die weltweite Attraktivität der EU als Modell für andere Bemühungen um Regionalintegration. Kühnhardt diskutiert die historischen Versuche, Europa friedlich zu einen und unterzieht die Entwicklung der europäischen Integrationstheorien einer kritischen Bestandsaufnahme. Schließlich fragt er nach dem Potential supranationaler Solidaritätskraft im Rahmen der europäischen Staatsbürgerschaft und beleuchtet die wachsende globale Rolle der EU. Im Licht des Vertrages von Lissabon, der am 1.Dezember 2009 in Kraft getreten ist, ist Kühnhardts Studie eine grundlegende Darstellung und Deutung der Europäischen Union.
 
 ZEI EU-Turkey-Monitor stellt die “Europäischen Kulturhauptstädte” 2010 vor
Zum ersten Mal seit der Vergabe des Titels „Europäische Kulturhauptstadt“ 1985 wird diese Würde einer türkischen Stadt zuteil. Istanbul, am Begegnungspunkt von Kontinenten und Kulturen teilt sich dieses Jahr diesen Titel mit Pécs in Ungarn und Essen – für das gesamte Ruhrgebiet – in Deutschland. Autoren aus den drei Städten zeigen die Besonderheiten ihrer jeweiligen Hauptstadt auf, heben besondere Punkte des jeweiligen Kulturhauptstadt-Programms hervor und reflektieren über den Beitrag „ihrer“ Hauptstadt zu interkulturellem Dialog und gegenseitigem Verständnis. Die Ausgabe des ZEI EU-Turkey-Monitor schließt mit einem Interview mit Mevlüt Çavuşoğlu, dem ersten türkischen Präsidenten der Parlamentarischen Versammlung des Europarates.
 
 Neuerscheinung:
 Georg Kristian Kampfer, Die Europäische Union auf dem Weg zu einem Bundesstaat?
Georg Kristian Kampfer: Die Europäische Union auf dem Weg zu einem Bundesstaat? Von der föderalen Struktur der Europäischen Union und der Europäisierung der Außenpolitik, Schriften des Zentrum für Europäische Integrationsforschung (ZEI), Band 73, Baden-Baden: Nomos, 353 Seiten, 2010, ISBN 978-3-8329-5694-3.Georg Kristian Kampfer: Die Europäische Union auf dem Weg zu einem Bundesstaat? Von der föderalen Struktur der Europäischen Union und der Europäisierung der Außenpolitik, Schriften des Zentrum für Europäische Integrationsforschung (ZEI), Band 73, Baden-Baden: Nomos, 353 Seiten, 2010, ISBN 978-3-8329-5694-3.

Die Studie von ZEI Senior Fellow Georg Kristian Kampfer zeigt Stand und Dynamik der europäischen Integration auf, illustriert die Neuerungen des Reformvertrags von Lissabon und legt einen analytischen Fokus auf den Schlüsselbereich einer Integration hin zu einem europäischen Bundesstaat - auf die gemeinsame Außenpolitik. Mit dem Werk werden Rückschlüsse aus der jüngeren Geschichte des bundesdeutschen Föderalismus auf die Entwicklung der Europäischen Union gezogen und staatsrechtliche Anforderungen an die Europäische Union von morgen gestellt.
 
 ZEI Discussion Paper
Klaus W. Grewlich: Pipelines, Drogen, Kampf ums Wasser - greift die EU-Zentralasien-Strategie? Neues „Great Game“ von Afghanistan bis zum Kaspischen Meer?

ZEI Discussion Paper C 200/2010

Die Europäische Union hat ein umfassendes außenpolitisches Interesse an einem friedlichen, rechtsstaatlichen und wirtschaftlich erfolgreichen Zentralasien. Für die Energie- und Rohstoffversorgung der EU sind die Staaten Zentralasiens wichtige Partner. Einen Beitrag zur Stabilisierung des von vielfachen Krisen bedrohten Zentralasiens zu leisten, ist Ziel der „EU-Strategie für eine neue Partnerschaft mit Zentralasien“, deren Wirkung allerdings durch unklare Prioritäten in der praktischen Umsetzung, Mangel an kohärenter Politik der EU-Mitgliedstaaten und das machtpolitische Status-quo-Denken lokaler Eliten in Zentralasien begrenzt wird. Könnte eine mit Hilfe der EU regional abgestimmte, optimierte Wassernutzung („Wasser Governance“) in Zentralasien, einschließlich Afghanistan, den negativen Folgen von Drogenhandel, Organisierter Kriminalität und Armut entgegenwirken? Diesen Fragen geht das von ZEI Senior Fellow Professor Dr. Klaus W. Grewlich verfasste Discussion Paper „Pipelines, Drogen, Kampf ums Wasser - greift die EU-Zentralasien-Strategie? Neues Great Game von Afghanistan bis zum Kaspischen Meer?“ nach.
 
 Exkursion mit Studierenden des ZEI Master of European Studies nach Berlin
Teilnehmer der vier Weiterbildungsstudiengänge in European Studies aus Bonn, Berlin, Hamburg und Saarbrücken im Auswärtigen Amt in Berlin

Teilnehmer der vier Weiterbildungsstudiengänge
in European Studies aus Bonn, Berlin, Hamburg und
Saarbrücken im Auswärtigen Amt in Berlin

Am 7. Mai 2010 waren die Teilnehmer des ZEI Master of European Studies zusammen mit Teilnehmern der Weiterbildungsstudiengänge in European Studies in Berlin, Hamburg und Saarbrücken ins Auswärtige Amt in Berlin eingeladen, um sich dort in Gesprächen über die Entwicklung des im Aufbau befindlichen Europäischen Auswärtigen Dienstes und die aktuelle europapolitische Lage zu informieren.

Die Teilnehmer des Master of European Studies am ZEI verbrachten vier Tage in Berlin und besuchten neben dem Auswärtigen Amt das Bundesfinanzministerium, die politische Repräsentanz von EADS in Berlin und den Reichstag. Während der Exkursion nahmen die Studenten außerdem am WDR-Europaforum mit hochrangigen Politikern, wie Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesministern teil.

Der ZEI Master of European Studies wird seit 1998 vom Auswärtigen Amt unterstützt und vom Auswärtigen Amt Kandidaten empfohlen, die eine europäische Karriere anstreben.
 
 Die Europäische Union 2020: Entwicklungsperspektiven der Integration
Deutsch-französisches Forschungsprojekt der DFG

Nach Abschluss der primärrechtlichen Reform der EU gilt es nun, den Rahmen des Vertrags von Lissabon mit zukunftsweisenden politischen Inhalten zu füllen, resümierten die Teilnehmer einer von ZEI und Ifri in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Europäische Integration abgehaltenen Tagung am 5. Oktober 2009 in Bonn. Während der Tagung, die im Rahmen des Forschungsprojekts „Deutschland und Frankreich angesichts der europäischen Krisen“ stattfand, betonte Dr. Claire Demesmay, DGAP, dass in der europäischen Politik ein Bedarf und ein Bewusstsein für mehr Pragmatismus gegeben sei, dem jedoch zur Zeit noch deutlich ein Mangel an Ideen gegenüberstehe. Bereits am Vorabend der Tagung hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, sich hierüber mit Dr. Jorgo Chatzimarkakis, MdEP, auszutauschen. Im Verlauf der Tagung wurde deutlich, dass derzeit zudem mehr Handlungsbereitschaft in Hinblick auf das auswärtige Handeln der EU denn die innere Politikgestaltung bestehe. Dies könne unter anderem damit begründet werden, dass es der EU weiterhin an einer gemeinsamen europäischen Identität fehle und so nicht selten nationale Sichtweisen europäische Prozesse dominierten. Dem damit verbundenen Kommunikationsdefizit europäischer Politik müsse die EU zukünftig wirkungsvoller entgegenwirken. Die Projektkoordinatoren, Dr. Louis-Marie Clouet, Ifri, und Dr. Andreas Marchetti, ZEI, resümierten, dass nur durch ein in der Gesellschaft präsentes Europa mehr Bürgernähe und damit die erforderliche Akzeptanz geschaffen werden könne, die für ein „Europa der Projekte“ erforderlich sei. Wie solche Projekte aussehen können, die einer neuen idée formatrice der EU Gestalt geben könnten, wird eines der Hauptanliegen in der weiteren Projektarbeit sein.

Über die konkreten Entwicklungsperspektiven der Union aber auch ihres internationalen Umfelds tauschten sich die an dem Projekt beteiligten Wissenschaftler anlässlich einer Arbeitstagung am Ifri am 12. März 2010 aus. Dabei wurde deutlich, dass die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten gerade angesichts weiterer krisenhafter Entwicklungen den Mut und die Kraft aufbringen müssen, weiterhin gestalterisch tätig zu werden, um den Anforderungen der nächsten Dekaden gewachsen zu sein. Die Einzelbeiträge dieser Arbeitstagung werden zusammen mit einer abschließenden Studie zu möglichen Entwicklungstendenzen in eine gemeinsame Buchpublikation einfließen, die für Ende 2010 geplant ist.
 
 Workshop „Local budget institutions and fiscal rules effectiveness”
Workshop „Local budget institutions and fiscal rules effectiveness”, deutsche und französische Ökonomen diskutieren, links ZEI Direktor Prof.Dr.Jürgen von Hagen

Am 10. Mai 2010 fand ein weiterer Workshop des Projektes im ZEI statt. Aktuelle Forschungsergebnisse der Projektmitglieder wurden von Teilnehmern des deutsch-französischen Kooperationsprojekts diskutiert. Vorträge im Rahmen des Workshops wurden sowohl von den Teilnehmern seitens des ZEI als auch der Universität Lille gehalten.
 



Workshop „Local budget institutions and fiscal rules effectiveness”, deutsche und französische Ökonomen diskutieren, links ZEI Direktor Prof.Dr.Jürgen von Hagen
 ZEI Discussion Paper
Wolfram Hilz / Catherine Robert: Frankreich - Deutschland - Polen: Partnerschaft im Herzen Europas

ZEI Discussion Paper C 199/2010

Das ZEI Discussion Paper enthält Beiträge zu einem trilateralen Symposium am ZEI, das im Rahmen der deutsch-französisch-polnischen Tage 2009 vom französischen Büro für Hochschulkooperation für Nordrhein-Westfalien und Hessen und des Instituts für Politische Wissenschaft und Soziologie der Universität Bonn veranstaltet wurde. In den Beiträgen des Symposiums beschäftigen sich Wissenschaftler aus Frankreich, Polen und Deutschland mit der künftigen Rolle Frankreichs, Polens und Deutschlands im Europa des 21. Jahrhunderts. In den Beiträgen kommen sowohl strukturelle und gesellschaftliche Hindernisse für eine vertiefte Zusammenarbeit als auch die bisherigen Ansätze für eine gemeinsame Gestaltungsrolle in der Europäischen Union zur Sprache.
 
 ZEI Discussion Paper
Ludger Kühnhardt / Tilman Mayer: Die Gestaltung der Globalität. Annäherungen an Begriff, Deutung und Methodik
Arbeitskolloquium "Die Gestaltung der Globalität in Europa": ZEI Fellow Prof. Dr. Tilman Mayer, Dekan Prof.Dr.Günther Schulz, Vorsitzender des ZEI Beirat, und ZEI Direktor Prof. Dr.Ludger Kühnhardt mit Kollegen

Arbeitskolloquium
"Die Gestaltung der Globalität in Europa":
ZEI Fellow Prof. Dr. Tilman Mayer, Dekan Prof. Dr.
Günther Schulz, Vorsitzender des ZEI Beirat, und
ZEI Direktor Prof. Dr.Ludger Kühnhardt mit Kollegen.

ZEI Discussion Paper C 198/2010

Neue Horizonte eröffnen sich für Europa, wenn das Phänomen der Globalisierung weit mehr als nur ökonomisch gedeutet wird. Dieser Aufgabe der Deutung unterziehen sich zehn Professoren der Philosophischen Fakultät der Bonner Universität in dem von ZEI Direktor Prof. Dr. Ludger Kühnhardt und ZEI Fellow Prof. Dr. Tilman Mayer herausgegebenen „ZEI Discussion Paper 198“, das aus einem gemeinsamen Arbeitskolloquium im Winter 2009/2010 heraus entstanden ist. Bereits zum zweiten Mal wird damit ein Einblick in die laboratorische Arbeit der Bonner Wissenschaftler geboten.

In dem im März 2010 erschienenen Paper "Die Gestaltung der Globalität. Annäherungen an Begriffe, Deutungen und Methodenfragen" deuten die Kultur- und Geisteswissenschaftler Globalisierung reflexiv als Globalität und in interdisziplinärer Weise neu, indem sie die innere Vielfalt der europäischen Kultur- und Geisteswissenschaften in Bezug zu der Vielfalt der Erscheinungen von Globalität setzten. Dabei wird herausgearbeitet, mit welchen Methoden sich innovative Globalisierungsforschung in den Geisteswissenschaften realisieren lässt, um die „Einheit der Welt" neu zu denken: Vermeintlich Getrenntes wird aufeinander bezogen und in Relation zueinander gesetzt ohne den geisteswissenschaftlichen Universalitätsanspruch aufzugeben.

Das Discussion Paper versammelt Beiträge von Markus Gabriel (Philosophie), Volker Ladenthin (Erziehungswissenschaft), Stephan Conermann (Islamwissenschaft), Günther Schulz (Wirtschaftsgeschichte), Wolfram Kinzig (Kirchengeschichte), Xuewu Gu (Internationale Beziehungen), Ursula von Keitz (Medienwissenschaft) sowie Ludger Kühnhardt und Tilman Mayer (beide Politische Wissenschaft).
 
 Erfolgreiche Karrieren der Absolventen des ZEI Master of European Studies
Vladimir Pavicevic, MES Class of 2003 und derzeit europapolitischer Sprecher der Liberaldemokratischen Partei Serbiens, informiert die ZEI Fellows der Class of 2010 über die aktuelle politische Situation in Serbien.

Vladimir Pavicevic, MES Class of 2003 und derzeit
europapolitischer Sprecher der Liberaldemokratischen
Partei Serbiens, informiert die ZEI Fellows der Class
of 2010 über die aktuelle politische Situation in Serbien
.
Am Freitag, den 19. März 2010 hielt Vladimir Pavicevic, ZEI Class of 2003 und heute Vorsitzender des Rates für Europäische Angelegenheiten der serbischen liberaldemokratischen Partei, einen Europadialog am Zentrum für Europäische Integrationsforschung (ZEI). Er zeigte einen beeindruckenden Dokumentarfilm über den Umbruch zur Demokratie in Serbien vor zehn Jahren und sprach anschließend über die aktuelle Situation im Land. Vladimir Pavicevic ist einer von mehreren serbischen Absolventen, die nach ihrem Abschluss des ZEI Master of European Studies (MES) eine eindrucksvolle Karriere gemacht haben.

Absolventen des Master of European Studies haben sehr gute Karrieremöglichkeiten in unterschiedlichen Branchen. 13 % der Alumni arbeiten in EU-Institutionen, wo Absolventen wie Inga Buchkremer oder Johannes Noack als Beamte bei der Europäischen Kommission angefangen haben. ZEI-Absolventen haben auch in Kabinetten von Kommissaren gearbeitet. Eine große Zahl ehemaliger Studenten (14%) arbeitet in Ministerien, Botschaften oder Parlamenten ihrer Heimatländer. Vier türkische MES Alumni Ipek Aynuska, Seyda Hanbay, Onur Saylan und Erman Topcu zum Beispiel arbeiten für das türkische Außenministerium und wirken somit an der internationalen Politik des Beitrittslandes mit. Einer von vier nordkoreanischen Absolventen, Ung Chol Ri, ist stellvertretender Botschafter Nordkoreas in London.

Einige MES-Absolventen haben erfolgreich eine politische Karriere begonnen: Vasko Naumovski wurde 2009 stellvertretender Premierminister für Europa-Angelegenheiten der Republik Mazedonien. Er folgte Antonio Milososki, Außenminister Mazedoniens und ebenfalls ZEI-Alumnus, ins mazedonische Kabinett.

MES-Alumni sind nicht nur in nationalen und internationalen Organisationen und der Verwaltung erfolgreich, sondern auch in internationalen Unternehmen und Beratungsfirmen. Lars Kindervater z.B. arbeitet für die Deutsche Telekom AG, Martin Zimmek ist Analyst bei Bombardier Transportation. Beide gehören zu 16 % der Absolventen, die für international tätige Unternehmen arbeiten. 18 % ehemaliger MES-Studenten arbeiten für Beratungsfirmen, die in direktem Zusammenhang mit EU-Angelegenheiten stehen. Matthieu Bertrand, Elisabeth Cousin und Anke Müller arbeiten in Beratungsfirmen in Brüssel, bei denen sie die am ZEI erworbenen Kenntnisse täglich anwenden.

MES vermittelt umfassendes theoretisches Wissen, das es den Fellows ermöglicht, ihre Kenntnisse in vielen Bereichen der EU zu vertiefen: Dementsprechend haben 11 % der Alumni ihre Forschung an Universitäten fortgesetzt wie z. B. Ayþe Aslýhan Çelenk, die „Assistant Professor“ an der türkischen Erciyes Universität ist. Unter anderen haben Tobias Buchmann und Nickolaos Chasiotis eine Promotion an Universitäten in Europa aufgenommen. ZEI-Alumnus Karlis Svikis blieb am ZEI, wo er seit Beginn ZEIs Master of European Regulation of Network Industries (MERNI) koordiniert.

Diese Erfolgsgeschichten unterstreichen die hohe Qualität des Bildungsangebots am ZEI. Das ZEI ist stolz, einen Beitrag auf dem Karriereweg dieser exzellenten jungen Berufstätigen aus aller Welt geleistet zu haben. Das ZEI hält den Kontakt zu seinen Ehemaligen aufrecht, um das Netzwerk zwischen Alumni und Studenten zu stärken. Die Studenten haben die Möglichkeit, Ehemalige unter anderem während der Exkursionen und Veranstaltungen am ZEI zu treffen.
 
 Asiatische Europaforscher suchen Kontakte zum ZEI
Die europawissenschaftliche Expertise des ZEI findet regelmässig Interesse unter asiatischen Wissenschaftlern und Nachwuchsforschern.

Im Februar 2010 führten Shakti Prasad Srichandan vom European Studies Centre der Jawaharlal Nehru Universität Neu Delhi Forschungen zur Migrationsproblematik in Europa an das ZEI. Der indische Wissenschaftler arbeitet an dem renommiertesten European Studies Centre des Subkontinents an einer Dissertation, die auch komparative Dimensionen zur Problematik der Migration in Südasien umschliesst. Unter Leitung von Prof. Chi-Ming Chung besuchten postgraduierte Studenten der Institute of European Studies der Nanhua University in Taiwan das ZEI, um über Fragen der globalen Rolle der EU zu diskutieren. Ihr Hauptinteresse galt der Frage des Aufstiegs der EU zu einer Weltmacht und der damit verbundenen Beziehung der EU zu den USA und zu China.

Im März 2010 besuchte eine Delegation des Japan Institute of Developing Economies (JETRO) unter Leitung des Generaldirektors, Prof. Dr. Ikuo Kuroiwa, das ZEI, um sich über die Aktivitäten des ZEI im Bereich der vergleichenden Integrationsforschung zu unterrichten. Zeitgleich zu der japanischen Delegation hielt sich Prof. Mamoru Takayama, Professor für Philosophie an der Tokio University, zu Forschungsarbeiten am ZEI auf. Er arbeitet im Kontext des interkulturellen Dialogs am Wandel des Familienverständnisses im Zeitalter der Globalisierung.
 

Prof. Chi-Ming Chung und Studenten aus Taiwan zum Gespräch am ZEI.

Prof. Chi-Ming Chung und Studenten aus Taiwan zum Gespräch am ZEI.
 

Generaldirektor Kuirowa und Prof. Yamagata (JETRO) sowie Prof. Takayama (Tokio University) im Gespräch mit ZEI Wissenschaftlern

Generaldirektor Kuirowa und Prof. Yamagata (JETRO) sowie Prof. Takayama (Tokio University) im Gespräch mit ZEI Wissenschaftlern

 ZEI Regional Integration Observer
Die erste Ausgabe des „Regional Integration Observer“ (RIO) im Jahr 2010 hat den regionalen Schwerpunkt Zentralamerika. Die einzelnen Artikel analysieren die wichtigsten Fortschritte aber auch die Probleme des Integrationsprozesses in der Region. Dazu gehört unter anderem das Konzept der „demokratischen Sicherheit“, welches große Ähnlichkeiten zum Prinzip der „menschlichen Sicherheit“ aufweist, jedoch bereits vorher entwickelt wurde. Weitere Schwerpunkte sind die Verhandlungen über ein Assoziierungsabkommen zwischen der zentralamerikanischen Region und der Europäischen Union sowie die Rolle des universitären Bildungssektors im Integrationsprozess. Im RIO Interview äußert sich der Generalsekretär des zentralamerikanischen Integrationssystems (SICA) zu aktuellen Entwicklungen. Der RIO wurde in Zusammenarbeit mit der „Universidad Estatal a Distancia“ (UNED) in San José, Costa Rica, vorbereitet.
 
 Vortrag von ZEI Direktor Prof. Koenig zum Thema „Neue Entwicklungen zum Beihilfenbegriff“
Am 24. Juni 2010 wird ZEI Direktor Prof. Dr. Christian Koenig im Rahmen der 8. EUROFORUM Jahrestagung Beihilfenrecht 2010 in Berlin den Vorsitz des 2. Tages übernehmen und einen Vortrag zum Thema „Neue Entwicklungen zum Beihilfenbegriff“ halten. Weitere Informationen finden Sie hier...
 
 Graduate Student Konferenz mit ZEI Alumna Daniela Stoycheva
Graduate Student Konferenz zum Thema “European Dynamics in the Age of Globalization” an der Georgetown University, Washington, mit ZEI Alumna Daniela Stoycheva

Daniela Stoycheva, ZEI Master Abschlussjahrgang 2009, nahm auf Einladung an der 14. Annual Graduate Student Conference an der Georgetown University in Washington DC teil, die jährlich vom BMW Center for German and European Studies (CGES) organisiert wird. Die Konferenz fand vom 5.-6. Februar 2010 zu dem Thema “European Dynamics in the Age of Globalization” statt. Ziel der Konferenz ist es, junge Akademiker aus aller Welt in einen fächerübergreifenden Dialog zu bringen. Das diesjährige Thema hatte zum Ziel zu analysieren, wie Masterstudenten und Doktoranden das Europa des 21. Jahrhunderts charakterisieren und wie sie die Zukunft eines globalisierten Europas sehen. Daniela Stoycheva war eingeladen worden, ihre im Rahmen des Master of European Studies am ZEI geschriebene Masterarbeit zum Thema “Regional Integration and Social Cohesion: Evaluating EU Development Policy toward Latin America” zu präsentieren. Die Arbeit untersucht die Entwicklungspolitiken der Europäischen Gemeinschaften (EG) und analysiert im Detail, wie diese in Lateinamerika angewandt werden.
 
 ZEI Working Paper
Martin Seidel: Der Euro – Schutzschild oder Falle?

ZEI Working Paper B01-2010

Angesichts überdurchschnittlich hoher Inflationsraten einiger Mitgliedstaaten der Europäischen Währungsunion befasst sich ZEI-Senior Fellow Professor Martin Seidel in dem aktuellen ZEI Working Paper mit der Frage: "Kann die EWU-Mitgliedschaft eines Landes bei Überschuldung und permanenten Leistungsbilanzdefiziten aufgehoben werden?". In dem Beitrag warnt Seidel vor einer Gefährdung der Stabilität des Euros und er kommt vor diesem Hintergrund zu dem Entschluss, dass ein einvernehmliches Ausscheiden eines EU-Mitgliedslandes rechtlich zulässig sei. Dabei würde eine solche Maßnahme als "punktuelle Korrektur" den europäischen Integrationsprozess nicht schwächen, sondern festigen.
 
 Wissenschaftler des ZEI sorgt für mehr wirtschaftlichen Wettbewerb in Marokko
"Mich begeistert es vor allem zu sehen, dass wir Europäer auch den Menschen außerhalb Europas bessere Perspektiven bieten können", so ZEI-Mitarbeiter Dr. Kristian Kampfer nach mehrfachen Einsätzen für ZEI / GTZ in Marokko. Gegenüber dem Bonner Generalanzeiger beschrieb Kampfer aber auch die europäische Seite und den "Gewinn" der technischen Entwicklungszusammenarbeit mit einem "Mehr" an Sicherheit und Wohlstand für Europa. Sowohl Europa als auch Afrika könnten von wirtschaftlichen Annäherungen in vielfältiger Weise profitieren (Beitrag im Generalanzeiger).

Im Rahmen seiner Habilitation forscht der im Januar 2010 an das Zentrum für Europäische Integrationsforschung nach Bonn zurückgekehrte wissenschaftliche Mitarbeiter zu den politikwissenschaftlichen, ökonomischen und rechtswissenschaftlichen Begründungen der gelungenen Integration der Europäischen Union, wobei es bei seiner Forschungsarbeit auch um die Übertragbarkeit solch supranationaler föderaler Regierungsstrukturen auf andere Staatengemeinschaften in Afrika geht. Sein Thema ist Teil des ZEI-Forschungsprojekts "Regionale Integration weltweit".

Hinsichtlich "der globalen Herausforderungen, wie der Bekämpfung der internationalen Kriminalität und der Folgen des Klimawandels" meint Kampfer jedoch, dass es "darauf ankommt, die Weltgemeinschaft insgesamt stärker institutionell zu verbinden, wie dies mit der Grundsteinlegung der Europäischen Union im Jahr 1957 bereits für den europäischen Kontinent gelungen ist." Letztlich könnten regionale Integrationssysteme "zahlreiche", aber "nicht alle Gesellschaftsprobleme" lösen.
 
 ZEI Discussion Paper
Klaus Hänsch: Europäische Integration aus historischer Erfahrung. Ein Zeitzeugengespräch mit Michael Gehler

ZEI Discussion Paper C 197/2010

Klaus Hänsch, der frühere Präsident des Europäischen Parlaments (1994 bis 1997), hat in seiner langen Zeit als Abgeordneter des Europäischen Parlaments von 1979 bis 2009 wie nur wenige andere die Integrationsgeschichte der EU bis zum Inkrafttreten des Vertrags von Lissabon miterlebt. Der Hildesheimer Historiker und Senior Fellow des ZEI, Prof. Dr. Michael Gehler, führte ein umfangreiches und differenziertes Zeitzeugengespräch mit dem sozialdemokratischen Politiker.

Die europäische Einigungsbewegung unter Altiero Spinelli, das Verhältnis Gerhard Schröders zum europäischen Einigungsprozess, Helmut Kohls Ansichten zum Europäischen Parlament und Giscard d'Estaings Auftreten im Konvent zur Zukunft Europas kommen in dem ersten „ZEI Discussion Paper“ des Jahres 2010 zur Rede. Das Gespräch liefert ein vielschichtiges Bild vom „Innenleben“ der Europäischen Union mit vielen interessanten Details und persönlichen Einschätzungen von Klaus Hänsch, darunter auch zur Diskussion um eine Aufnahme der Türkei in die EU.
 
 Workshop: The European Union in the Mediterranean
ZEI Zusammenarbeit mit der Mediterranean Academy of Diplomatic Studies Malta (MEDAC)
ZEI Direktor Prof. Ludger Kühnhardt begrüßt den Staatsminister im Auswärtigen Amt, Dr. Werner Hoyer, Mitte; links: Prof. Stephen Calleya, MEDAC Direktor, Dr. Annette Julius, DAAD; rechts: Dr. Monika Wohlfeld, German Chair in Peace and Conflict Prevention MEDAC

ZEI Direktor Prof. Ludger Kühnhardt begrüsst den
Staatsminister im Auswärtigen Amt, Dr. Werner
Hoyer

Das Zentrum für Europäische Integrationsforschung (ZEI) der Universität Bonn führte am 2./3.Februar 2010 in Zusammenarbeit mit der Mediterranean Academy of Diplomatic Studies (MEDAC) der Universität Malta einen Workshop zum Thema „The European Union in the Mediterranean“ durch. Zum Auftakt des Workshops sprach der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Dr. Werner Hoyer. Staatsminister Hoyer unterstrich, dass die institutionelle Diskussion in der EU jetzt zu Ende sei und die EU sich strategischen Perspektiven und Aufgaben zuwenden müsse. Dabei gelte es, Europas Position in der Globalisierung zu stärken. Im Bezug auf den ungelösten Nahost-Konflikt, so Hoyer, müsse die EU von prozeduralen Bemühungen zu einem neuen Gesamtansatz kommen, der die Statusfragen in den Mittelpunkt stelle. MEDAC Direktor Prof. Dr. Stephen Calleya appellierte an die Europäische Union, und insbesondere an Deutschland, eine Führungsrolle in dem Bemühen um die Wiederaktivierung des Nahost-Friedensprozesses zu übernehmen. ZEI Direktor Prof. Dr. Ludger Kühnhardt betonte, dass das ZEI sich seit seiner Gründung 1995 als deutscher wissenschaftlicher Vorreiter bei der stärkeren Beachtung der Mittelmeer-Thematik im Rahmen der europäischen Integration verstanden habe und diesen Aufgabenfokus auch weiterhin fortsetzen werde

Mehr als ein Dutzend Studierende der Mediterranean Academy of Diplomatic Studies – grösstenteils junge Diplomaten aus arabischen Staaten - kamen im Rahmen des Workshops mit den Studierenden des ZEI aus aller Welt sowie den Wissenschaftlern des ZEI zusammen. Im Rahmen eines Planspiels suchten sie gemeinsam nach einer Lösung des Nahost-Konflikts. Eine Podiumsdiskussion in Zusammenarbeit mit der Deutschen Welle diente der Erörterung des Euro-Arabischen Dialoges. Daran nahmen auch der Botschafter von Malta in Deutschland, John Paul Grech, ZEI Fellow Andreas Marchetti und Ibrahim Hussein vom United Nations Volunteer Programme teil. Botschafter Grech warnte vor einem „Zusammenprall von Unkenntnis“ im Verhältnis zwischen Europäern und ihren arabischen Nachbarn.
 
Teilnehmer von ZEI und MEDAC am Workshop "The European Union in the Mediterranean" mit dem Botschafter von Malta in Deutschland, Dr. John Paul Grech (Mitte links)

Teilnehmer von ZEI und MEDAC am Workshop "The European Union in the Mediterranean"
mit dem Botschafter von Malta in Deutschland, Dr. John Paul Grech (Mitte links)
 ZEI EU-Turkey-Monitor: EU-Türkei-Beziehungen unter dem Vertrag von Lissabon
Der Vertrag von Lissabon ist am 1. Dezember 2009 in Kraft getreten. Die Autoren des ZEI EU-Turkey-Monitor diskutieren den neuen Vertrag, insbesondere unter dem Gesichtspunkt seiner möglichen Implikationen für die Erweiterungspolitik der Union und die Beziehungen EU-Türkei. In einem Interview kommentiert Egemen Bağış, türkischer Europaminister und Chefunterhändler, die Bedeutung des Vertrags für die Türkei, die Implikationen der neuen Posten an der Spitze der Union und den außenpolitischen Ansatz der Türkei in ihrer Nachbarschaft.
 
 ZEI Regional Integration Observer
Die siebte Ausgabe des „ZEI Regional Integration Observer“ (RIO) widmet sich der Rolle des Rechts in regionalen Integrationsprozessen. Die Artikel befassen sich unter anderem mit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes zum Vertrag von Lissabon. Dabei wird deutlich, dass es dazu in der Rechtswissenschaft durchaus unterschiedliche Auffassungen gibt. Des Weiteren beleuchtet der RIO auch die Situation und wachsende Bedeutung regionaler Rechtsinstanzen in anderen Weltregionen. Beiträge befassen sich mit dieser Problematik in Westafrika (ECOWAS), der Karibik (CARICOM), Lateinamerika (MERCOSUR, SICA) und Asien (ASEAN).
 
 ZEI Academy in Comparative Regional Integration 2010
Das ZEI wird vom 5. bis 16. Juli 2010 erneut eine „ZEI Academy in Comparative Regional Integration“ ausrichten. Die Sommerakademie wird gefördert durch den DAAD. Unter der Leitung von ZEI-Direktor Professor Dr. Ludger Kühnhardt werden die Teilnehmer dieses einzigartigen Programms aktuelle Fragen des Regionalismus und die Rolle der EU mit renommierten Experten aus Wissenschaft und Praxis erörtern. Die Akademie richtet sich vor allem an Studenten und Postgraduierte aus Afrika, Asien, Lateinamerika und der Karibik. Weitere Informationen zum Inhalt des Programms finden Sie hier .

Informationen zur den ZEI Akademien in vergleichender Regionalforschung.
 
 Vertrag von Lissabon tritt in Kraft: Kommentierung des ZEI in Zusammenarbeit mit Ifri
Andreas Marchetti/Claire Demesmay (Hrsg.): Der Vertrag von Lissabon: Analyse und Bewertung, Schriften des Zentrum für Europäische Integrationsforschung (ZEI), Band 71, Baden-Baden: Nomos, 289 Seiten, 2010, ISBN 978-3-8329-3676-1.
Andreas Marchetti / Claire Demesmay (Hrsg.): Der Vertrag von Lissabon: Analyse und Bewertung, Schriften des Zentrum für Europäische Integrationsforschung (ZEI), Band 71, Baden-Baden: Nomos, 289 Seiten, 2010, ISBN 978-3-8329-3676-1.
Claire Demesmay/Andreas Marchetti (Hrsg.): Le Traité de Lisbonne en discussion: quels fondements pour l’Europe?, Note de l’Ifri 60, Paris: Ifri, 141 Seiten, 2009, ISBN 978-86592-374-8.

Claire Demesmay / Andreas Marchetti (Hrsg.): Le Traité de Lisbonne en discussion: quels fondements pour l’Europe?, Note de l’Ifri 60, Paris: Ifri, 141 Seiten, 2009, ISBN 978-86592-374-8.

Mit dem Vertrag von Lissabon beschließt die EU ihren langjährigen internen Reformprozess. Eine interdisziplinäre Autorengruppe des ZEI unter Leitung von ZEI-Mitarbeiter Dr. Andreas Marchetti kommentiert den Vertrag anhand der Struktur des neuen EU-Vertrags. Die in Zusammenarbeit mit dem Institut français des relations internationales (Ifri) in Paris edierten Publikationen vereinen Sichtweisen aus den Politik-, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften in interdisziplinärer Perspektive, um den Vertrag umfassend zu würdigen. Neben der eingehenden Analyse der Vertragsbestimmungen hinsichtlich ihrer Relevanz für die Europäische Union und ihre politische Entwicklung bewerten die Autoren den Vertrag von Lissabon im Vergleich zum Vertrag von Nizza als rechtlichem Referenzpunkt und dem gescheiterten europäischen Verfassungsvertrag als politischem Orientierungspunkt. Dabei zeigt sich, dass der Vertrag von Lissabon aus integrationspolitischer Sicht zwar in vielen Fällen mehr als der Vertrag von Nizza aber weniger als der Verfassungsvertrag bietet, bisweilen zeigt sich aber auch ein ganz anderer Eindruck, so dass sich insgesamt ein sehr differenziertes, wenn auch stellenweise ambivalentes Bild des neuen europäischen Primärrechts ergibt.