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 ZEI Discussion Paper
Ina Hommers: Die Migrationspolitik der EU. Herausforderung zwischen nationaler Selbstbestimmung und europäischer Konvergenz.

ZEI Discussion Paper C 196/2009

Migrationspolitik steht heutzutage im Spannungsverhältnis zwischen den historisch verwurzelten Kulturen der Nationalstaaten bei der Kontrolle des Zutritts zu ihrem Territorium und der aus der Gründung des europäischen Binnenmarktes erwachsenen Notwendigkeit, Wanderungsbewegungen auch auf europäischer Ebene zu regulieren. Dabei geht es oftmals um einen Kompromiss zwischen einem allgemeinen Sicherheitsbedürfnis und der vor dem Hintergrund alternder Gesellschaften in Europa nötigen Steuerung von Arbeitsmigration. Ina Hommers geht in dem ZEI Discussion Paper „Die Migrationspolitik der EU. Herausforderungen zwischen nationaler Selbstbestimmung und europäischer Konvergenz“ (C 196) der Frage nach, welche politischen Ansätze sowohl die Nationalstaaten als auch die EU in Hinblick auf diese Problematik entwickelt haben. Als Basis ihrer Analyse dient eine umfassende Zusammenstellung der Migrationssituation in allen 27 Mitgliedstaaten der EU.
 
 Vasko Naumovski ist der zweite ZEI Alumnus im mazedonischen Regierungskabinett
Seit dem 8. Juli 2009 ist Vasko Naumovski als stellvertretender Premierminister der mazedonischen Regierung zuständig für Europa-Angelegenheiten. Er ist somit der zweite ZEI Master of European Studies Alumnus im mazedonischen Regierungskabinett von Premierminister Nikola Gruevski. Antonio Milososki, ebenfalls ZEI Alumnus, wurde im August 2006 Außenminister der Republik Mazedonien.

Vasko Naumovski absolvierte 2004 den Master of European Studies am ZEI. Er führte seine Studien an der Law School „Justinijan Prvi“ in Skopje weiter und promovierte 2008 in Rechtswissenschaften. Sein Forschungsschwerpunkt lag hierbei auf dem Einfluss von Europäischen Institutionen und dem Erweiterungsprozess auf den westlichen Balkan. 2008 wurde Vasko Naumovski Assistenzprofessor für internationales und europäisches Recht.

Der Master of European Studies am ZEI bereitet seine Studenten auf eine internationale Karriere im Bereich der europäischen Angelegenheiten vor. Neben Vasko Naumovski und Antonio Milososki bekleiden viele Alumni wichtige nationale und internationale politische Posten. So berät beispielsweise Glori Husi heute den albanischen Premierminister, Katharina von Schnurbein ist Pressesprecherin von EU Kommissar Vladimir Spidla. Patrick Schäfer arbeitet zurzeit bei der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der EU. Des Weiteren haben viele Absolventen den Einstieg bei EU Institutionen wie dem Europäischen Gerichtshof oder dem Europäischen Parlament geschafft (siehe hierzu unsere Alumni-Verbleibsstudie). 
 
 ZEI Working Paper
Ralf Hepp / Jürgen von Hagen: Fiscal Federalism in Germany: Stabilization and Redistribution Before and After Unification

ZEI Working Paper B01-2009

Die Umverteilung der Steuereinnahmen von Bund und Ländern und der Länderfinanzausgleich haben die Unterschiede im Pro-Kopf-Einkommen der deutschen Bundesländer zwischen 1970 und 1994 um 36,9 Prozent reduziert. Zu diesem Ergebnis kommt eine empirische Studie von Ralf Hepp (Universität Fordham, USA) und Jürgen von Hagen (Universität Bonn), die im Rahmen der ZEI Working Paper im Sommer 2009 veröffentlicht worden ist. In der Publikation mit dem Titel „Fiscal Federalism in Germany: Stabilization and Redistribution Before and After Unification“ untersuchen die beiden Wirtschaftswissenschaftler den Zeitraum von 1970 bis 2006 und dabei insbesondere die Auswirkungen der deutschen Vereinigung auf Risikoverteilung und Umverteilungswirkungen des deutschen föderalen Finanzsystems.
 
 Neues Forschungsprojekt: Die Gestaltung der Globalität in Europa
Prof. Dr. Tilman MayerEin neues interdisziplinäres Verbundforschungsprojekt mit dem Titel „Die Gestaltung der Globalität in Europa. Deutungskontroversen, Symbolisierungsprozesse und Sinnstiftungen. Der Blick der Geisteswissenschaften auf ein neues Zeitalter“, das das ZEI in Kooperation mit verschiedenen Fächern der Philosophischen Fakultät der Universität Bonn entwickelt und durchführt, setzt sich mit der vielschichtigen Frage auseinander, was Globalisierung bzw. Globalität über das Ökonomische hinaus in Bezug auf geistes- und kulturwissenschaftliche Fragestellungen bedeutet. Dabei wird vor allem überall dort eine Neubestimmung dessen vorgenommen, was die Welt ausmacht, wo bisher entsprechend starke Geltungs- und Deutungsansprüche aus europäischer Perspektive und in europäischer Tradition formuliert wurden. Das umfangreich angelegte Projekt baut auf langjährigen Vorarbeiten des ZEI auf, bei denen exemplarische Annäherungen an die geistigen Konturen und politischen Identitäten in Europa – unter explizitem Einbezug des Dialogs der Kulturen – gesucht wurden.

Basierend auf den bisher im Verlauf des Jahres 2009 durchgeführten Arbeitskolloquien, ist im Oktober 2009 das ZEI Discussion Paper C 195 mit dem Titel „Die Gestaltung der Globalität. Neue Anfragen an die Geisteswissenschaften“ erschienen. Es fasst Beiträge von neun Professoren der Bonner Philosophischen Fakultät zusammen und wird von Prof. Dr. Ludger Kühnhardt und ZEI Fellow Prof. Tilman Mayer, Professor für Politische Wissenschaft und Zeitgeschichte am Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie der Universität Bonn, herausgegeben.

Prof. Tilman Mayer koordiniert das Projekt gemeinsam mit Prof. Dr. Ludger Kühnhardt im akademischen Jahr 2009/2010.
 
 ZEI Regional Integration Observer: Die Golfregion
Die zweite Ausgabe des „ZEI Regional Integration Observer“ im Jahr 2009 widmet sich der Situation in der Golfregion. Die dortige Regionalorganisation, der Golfkooperationsrat (GCC), besteht seit 1981 und hat sich seitdem zu einem wichtigen Akteur für verschiedenste Politikfelder entwickelt. Die Artikel beleuchten Kosten und Nutzen von regionaler Integration am Golf im Allgemeinen sowie die Perspektiven für eine Währungsunion, das Engagement der EU und die Außenpolitik des GCC. András Inotai, ZEI Senior Fellow und Direktor des Instituts für Weltwirtschaft der ungarischen Akademie der Wissenschaften, untersucht zudem die theoretischen Voraussetzungen für die Etablierung einer „Optimal Currency Area“. Des Weiteren enthält der RIO ein Interview mit dem Direktor für internationale Studien des Gulf Research Center in Dubai.
 
 Studienkreis Regulierung Europäischer Gesundheitsmärkte auf dem Petersberg
Mehr Wettbewerb im Gesundheitswesen? – Expertenrunde diskutierte über die Regulierungsinstrumente auf den Märkten der gesetzlichen Krankenversicherung und deren Umsetzung in der Praxis mit einem besonderen Blick auf den Arzneimittelmarkt

Mit einem Plädoyer für stärkere Marktstrukturen im Gesundheitswesen leitete der Präsident des Bundeskartellamtes Dr. Bernhard Heitzer eine Gesprächsrunde des ZEI-“Studienkreises Regulierung Europäischer Gesundheitsmärkte” am 29.Juni 2009 auf dem Petersberg bei Bonn ein. Die Teilnehmer der hochkarätig besetzten Fachpanels diskutierten über die Einflüsse des europäischen Wettbewerbs- und Kartellrechts auf die Arzneimittelversorgungssysteme im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung. Weitere Referenten waren u.a. der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg, Dr. Christopher Hermann, die Vorsitzende der 3. Vergabekammer des Bundes, Dr. Gabriele Herlemann und Dr. Alexander Natz, Leiter des Brüssler Büro des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrien e.V.. ZEI-Direktor Prof. Dr. Christian Koenig würdigte den neuerlich deutlich gewordenen Mehrwert des gegenseitigen Austausches im Rahmen des Studienkreises. Weitere Informationen finden sich unter http://www.studienkreis-reg.de/.
 
 MES und MERNI: Abschlussfeier der „Class of 2009“
Abschlussfeier der “Class of 2009” des Master of European Studies (MES) und des Master of European Regulation of Network Industries (MERNI)

Am 26. Juni 2009 fand am ZEI die Abschlussfeier der beiden Studiengänge Master of European Studies (MES) und des Master of European Regulation of Network Industries (MERNI) mit 180 internationalen Gästen statt. Insgesamt wurden 42 Absolventinnen und Absolventen beider Studiengänge, die aus 22 Ländern kommen, in Anwesenheit des stellvertretenden Hochschulratsvorsitzenden der Universität Bonn, Dr. Georg Schütte, und des Bonner Bürgermeisters Peter Finger für ihre Leistungen geehrt. ZEI Direktoren Prof. Dr. Ludger Kühnhardt und Prof. Dr. Christian Koenig dankten allen Unterstützern und Freunden des ZEI, vor allem der europaweiten Fakultät und den Sponsoren von Stipendien. Die Auszeichnung des „best lecturers“ von Seiten der Studenten ging für das MES Programm an Richard Crowe vom Europäischen Rechnungshof und an Prof. Dr. Ryszard Rapacki von der Warsaw School of Economics. Die MERNI Studenten zeichneten Swenja Bartkowski von der Bundesnetzagentur als “best lecturer” aus.

Gastredner und MERNI-Dozent Dr. Bernd-Michael Zinow, stellvertretender Vorstandsvorsitzender von EnBW, sprach in seiner Rede über europäische Herausforderungen im Bereich der Netzwirtschaften. Besondere Aufmerksamkeit widmete er der Frage der erneuerbaren Energien, die in den kommenden Jahren eine immer größere Rolle in Europa spielen werden, gleichzeitig jedoch auch neue Anforderungen an die Verbraucher und Netzbetreiber stellen. Zinow zeigte sich überzeugt, dass die Absolventen beider ZEI-Programme hervorragend für den internationalen Arbeitsmarkt ausgebildet seien.
 

MES Class of 2009

MES Class of 2009
 

MERNI Class of 2009

MERNI Class of 2009

 Vermittlung als politische Aufgabe: EU-Erweiterungskommissar Olli Rehn zu Gespräch am ZEI
EU-Erweiterungskommissar Dr. Olli Rehn zu Gespräch am ZEI mit ZEI-Direktor Prof. Dr. Ludger Kühnhardt und Dr. Andreas Marchetti, Herausgeber des ZEI EU-Turkey-Monitor.

EU-Erweiterungskommissar Dr. Olli Rehn zu Gespräch
am ZEI mit ZEI-Direktor Prof. Dr. Ludger Kühnhardt und
Dr. Andreas Marchetti, Herausgeber des
ZEI EU-Turkey-Monitor.
Die Aufgabe der Europäischen Kommission im Rahmen laufender Beitrittsverhandlungen besteht nicht nur in der technischen Leitung der Verhandlungsprozesse, sondern zunehmend auch in der Moderation zwischen bisweilen unterschiedlichen Erwartungen, Sichtweisen und Ansprüchen an die Erweiterungspolitik. Dies ist notwendig, um bei allen Unterschieden den europäischen Interessen und jenen der beitrittswilligen Partner gleichermaßen gerecht zu werden. Anlässlich eines Gesprächs am Zentrum für Europäische Integrationsforschung (ZEI) am 24. Juni 2009 würdigte EU-Kommissar Olli Rehn in diesem Kontext ausdrücklich die moderierende Funktion des seit Beginn der Beitrittsverhandlungen mit der Türkei erscheinenden ZEI EU-Turkey-Monitor. Die Verstärkung eines wechselseitigen Bewusstseins und gegenseitigen Verständnisses in diesem und anderen Politikbereichen mit besonderer Außenwirkung sei von wachsender Bedeutung für eine erfolgreiche europäische Politikformulierung.
 
 ZEI Discussion Paper
Wiebke Drescher: The Eastern Partnership and Ukraine. New Label – Old Products?

ZEI Discussion Paper C 194/2009

Am 7. Mai 2009 trafen sich in Prag die Staats- und Regierungschefs der EU-Mitgliedstaaten, Repräsentanten verschiedener EU-Institutionen sowie Politiker Belarus‘, der Republik Moldau, der Ukraine, Armeniens, Aserbaidschans und Georgiens, um gemeinsam das Konzept der „Östlichen Partnerschaft“ zu präsentieren. Dieses neue außenpolitische Instrument der EU, das eine Erweiterung zur Europäischen Nachbarschaftspolitik (ENP) darstellt, war bereits im Vorfeld seiner offiziellen Einführung nicht unumstritten. Wiebke Drescher, wissenschaftliche Mitarbeiterin am ZEI, versucht in ihrem Discussion Paper, das im Rahmen des Projekts „Europäische Nachbarschaftspolitik“ entstanden ist, der Frage nachzugehen, ob die „Östliche Partnerschaft“ neue Impulse in den Beziehungen der EU zu ihren Nachbarstaaten im Osten geben kann. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf den Beziehungen zwischen der EU und der Ukraine.
 
 ZEI Discussion Paper
Aschot L. Manutscharjan: Der Berg-Karabach-Konflikt nach der Unabhängigkeit des Kosovo

ZEI Discussion Paper C 193/2009

Im Rahmen des ZEI-Projekts zur Europäischen Nachbarschaftspolitik entwickelt der Publizist Dr. Aschot Manutscharjan die These, dass aufgrund der ständigen Bedrohungen aus Aserbaidschan und den kompromisslosen Verhandlungen ein Sezessionsrecht, wie im Fall der Kosovo-Albaner, scheinbar die einzige Option geblieben ist, um die Existenz und die Würde der Armenier in Berg-Karabach zu schützen. Eine türkisch-armenische Annäherung könnte zu einer friedlichen Lösung des Berg-Karabach-Konfliktes beitragen. Die Option, dass Russland Berg-Karabach so anerkennen könnte, wie es bereits die abtrünnigen georgischen Provinzen Abchasien und Süd-Ossetien als unabhängige Staaten anerkannt hat, ist jedoch nicht sehr wahrscheinlich. Eher, so die These von Dr. Manutscharjan, wir d Russland den Konflikt um die Enklave gegen Aserbaidschan und Armenien weiter instrumentalisieren, um Bakus Annäherung an die USA und an die NATO zu verhindern und Armenien als militärischen Verbündeten fest an sich zu binden.
 
 ZEI gewinnt ehemalige EU Kommissarin Dr.Michaele Schreyer als Dozentin
Dr. Michaele Schreyer im Gespräch mit Prof. Ludger Kühnhardt, Direktor am ZEI, und Tabea Leibbrand, Programmkoordinatorin des Master of European Studies.

Dr. Michaele Schreyer im Gespräch mit Prof. Ludger Kühnhardt, Direktor am ZEI, und Tabea Leibbrand,
Programmkoordinatorin des Master of European Studies.
Der Master of European Studies des Zentrum für Europäische Integrationsforschung gewinnt Dr. Michaele Schreyer, ehemaliges Mitglied der Europäischen Kommission, als neue Dozentin.

Michaele Schreyer war von 1999 – 2004 Mitglied der Europäischen Kommission und verantwortlich für Budget und Betrugsbekämpfung. Sie unterrichtet im Master of European Studies im Mai 2009 das Modul „Public Finances of the EU – the European Budget”.

Der Master of European Studies findet derzeit im 11.Studienjahr statt. Die Class of 2009 mit 28 Studierenden aus 15 Ländern, wird von einem Kreis hochkarätiger Dozenten aus Wissenschaft und Praxis in den Schwerpunkten Politische Wissenschaft, Rechtswissenschaft und Wirtschaftswissenschaft unterrichtet und auf eine Karriere in den Strukturen der europäischen Integration, der nationalen Spitzenverwaltung oder der Wirtschaft vorbereitet.
 
 Russische Experten für Europastudien besuchen ZEI
Mit dem Beginn der „Östlichen Partnerschaft“ der EU entwickeln sich neue Chancen für eine stärkere Orientierung der Europastudien in Russland im Kontext der gesamteuropäischen Politikprozesse. Diese Einschätzung vermittelten leitende Mitarbeiter des Zentrums für Deutschland- und Europastudien an der Staatlichen Universität von St.Petersburg bei einem Gespräch im Zentrum für Europäische Integrationsforschung (ZEI) am 6.Mai 2009. Die russischen Gäste informierten sich über die Struktur des ZEI, vor allem seiner Weiterbildungsstudien. Sie warben im Gespräch mit ZEI-Direktor Prof.Dr.Ludger Kühnhardt für eine Stärkung der Zusammenarbeit und betonten das auch in Russland wachsende Interesse an der vergleichenden Untersuchung von regionalen Integrationssystemen.
 
 Partner Frankreich - 13. Europakolloquium im Zeichen von Krise und Aufbruch
Die Vortragenden Dr. Claire Demesmay, DGAP, und Andreas Marchetti, ZEI, in der Diskussion mit (v.r.n.l.) Dr. Jan-Philipp Weisswange, Dr. Frank Ronge, Janusz Musial und PD Dr. Marcus Höreth.

Die Vortragenden Dr. Claire Demesmay, DGAP, und Andreas Marchetti, ZEI, in der Diskussion mit (v.r.n.l.)
Dr. Jan-Philipp Weisswange, Dr. Frank Ronge, Janusz Musial und PD Dr. Marcus Höreth.
Die deutsch-französische Zusammenarbeit ist zwar selbst Zyklen besserer und schlechterer Beziehungen ausgesetzt, doch stellten die Teilnehmer des 13. Europakolloquiums am 17. und 18. April 2009 ebenfalls fest, dass die zahllosen formellen und informellen Strukturen zwischen Deutschland und Frankreich ein stetes Funktionieren des deutsch-französischen Bilateralismus sicherstellen. Immerhin seien gerade die bilateralen Meinungsverschiedenheiten und Spannungen bis zu einem gewissen Grade für die beiderseitigen Beziehungen und ihre über sie hinaus reichende Rolle konstitutiv, da nur aufgrund dieser Spannungen Deutschland und Frankreich ihrer häufig nachgefragten Rolle als Kompromissvorbereiter auf europäischer Ebene nachkommen könnten. In Vorträgen von Dr. Claire Demesmay, DGAP, und ZEI-Mitarbeiter Andreas Marchetti wurden Funktionsweisen und Wahrnehmungen des bilateralen Verhältnisses beleuchtet, ZEI Junior Fellow Daniela Vogt widmete sich in ihren Ausführungen dem „ultraperipheren“ Erbe Frankreichs, das, wie die Diskussionen belegten, in Deutschland gänzlich anders wahrgenommen wird als in Frankreich. ZEI-Direktor Prof. Dr. Ludger Kühnhardt, der die Tagung mit Unterstützung der Hanns Martin Schleyer-Stiftung im Münstertal ausrichtete, verlieh der Hoffnung Ausdruck, dass ungeachtet des festgestellten Mangels einer derzeitigen „formativen Idee“ für Europa weiterhin wichtige Impulse zur Gestaltung Europas von den deutsch-französischen Beziehungen ausgehen werden.
 
 Schriften des ZEI - Neuerscheinung
Andreas Marchetti, Die Europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Politikformulierung im Beziehungsdreieck Deutschland – Frankreich – Großbritannien.
Andreas Marchetti, Die Europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Politikformulierung im Beziehungsdreieck Deutschland – Frankreich – Großbritannien.

Andreas Marchetti, Die Europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Politikformulierung im Beziehungsdreieck Deutschland – Frankreich – Großbritannien, Schriften des Zentrum für Europäische Integrationsforschung (ZEI), Band 70, Baden-Baden: Nomos, 378 Seiten, 2009, ISBN 978-3-8329-4530-5

Seit 1998 baut die EU ihre Kapazitäten zur Krisenprävention und Krisenbewältigung aus. Ungeachtet der Fortentwicklung der ESVP und der Durchführung ziviler und militärischer Missionen stimmen hierbei die Zielvorstellungen der einzelnen EU-Mitgliedstaaten kaum überein. Aufgrund der zwischenstaatlichen Anlage der ESVP hinterfragt der Autor besonders mit Blick auf Deutschland, Frankreich und Großbritannien, wie es überhaupt zur Integration der Sicherheits- und Verteidigungspolitik in den vergangenen zehn Jahren kommen konnte, ohne aber den Einfluss der europäischen Institutionen zu vernachlässigen. Dabei stellt er vergleichend die innerstaatlich formulierten Motivationen dar, um aufzuzeigen, wie diese die Modalitäten zur Ausformulierung der ESVP bedingen. Mit Blick auf die Effekte der ESVP stellt die Studie die jeweiligen nationalen Rollen heraus und überprüft, inwieweit diese mit den verlautbarten Motivationen übereinstimmen. Dies führt zu einer weiteren Systematisierung von Faktoren zur Ausübung einer nationalen Führungsrolle innerhalb der europäischen Integration, die über die ESVP hinausdeutet.
 
 ECOWAS ZEI Academy in Comparative Regional Integration erfolgreich abgeschlossen
Simulation EU-Verhandlungen: Teilnehmer mit Monika Pottgiesser (GTZ) und Matthias Vogl (ZEI Programm Koordinator)

Simulation von EU-Verhandlungen: Teilnehmer mit
Monika Pottgiesser (GTZ Programm Koordinatorin)
und Matthias Vogl (ZEI Programm Koordinator)
Das Zentrum für Europäische Integrationsforschung (ZEI) hat vom 16.-27. März 2009 eine zweiwöchige Mid-Career-Academy für hochrangige Führungskräfte der „Economic Community of West African States” (ECOWAS) durchgeführt. Dieser Beitrag zur Stärkung des westafrikanischen Integrationsprozesses wurde mit der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) konzipiert und finanziell durch das Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert. Die leitenden Vertreter der sogenannten „National Units”, die sich mit den ECOWAS-Angelegenheiten innerhalb der 15 Mitgliedsstaaten des westafrikanischen Regionalverbandes befassen, nahmen zusammen mit führenden Repräsentanten der ECOWAS Kommission, des ECOWAS Parlaments und des ECOWAS Gerichtshofes an der Akademie teil.

Im Mittelpunkt der Weiterbildungsakademie standen die Stärkung der personellen Basis der ECOWAS, der Abbau von Vorbehalten zwischen den Mitgliedstaaten und der Austausch von Erfahrungen regionaler Integration in Europa und Afrika. Verschiedene Lösungsansätze mit praktischer Relevanz wurden in den zwei Wochen unter Beteiligung kompetenter Wissenschaftler und politischer Praktiker intensiv diskutiert. Exkursionen zur Europäischen Zentralbank nach Frankfurt und zu den Institutionen der EU in Brüssel gaben zudem einen Einblick in die Mechanismen und täglichen Arbeitsabläufe der Europäischen Union.
Die ECOWAS-ZEI Academy in Comparative Regional Integration bildete den Auftakt zu einer längerfristig geplanten Kooperation zwischen dem Zentrum für Europäische Integrationsforschung (ZEI) und der ECOWAS.

 
Die ECOWAS-ZEI Academy in Comparative Regional Integration 2009 wurde freundlicherweise unterstützt von:
ECOWAS GTZ BMZ
 
 ZEI Discussion Paper
Frank Decker / Jared Sonnicksen: The Direct Election of the Commission President. A Presidential Approach to Democratising the European Union

ZEI Discussion Paper C 192/2009

Zur Demokratie in Europa ist inzwischen vieles geschrieben worden. Die Frage nach der demokratischen Qualität der EU bleibt angesichts der Unsicherheit über die noch ausstehende Ratifizierung vom Lissabonner Vertrag weiterhin äußerst relevant. Zurückführen lässt sich die europäische Maläse zum wesentlichen Grad auf den immer noch bestehenden Mangel an Mitgestaltungsmöglichkeiten seitens der Bürger und die fehlenden Mechanismen, welche europäische Entscheidungsträger gegenüber einer europäischen Wählerschaft verantwortbar machen könnten. Im Folgenden versuchen die beiden Bonner Politikwissenschaftler erneut zu prüfen, welches Regierungsmodell dem Regieren in der Europäischen Union am nächsten komme. Dabei möchten sie eine bisher weitgehend vernachlässigte Reformoption zur Verbesserung der Demokratie europäischen Regierens ins Spiel bringen: die Direktwahl des Kommissionspräsidenten.
 
 ZEI Regional Integration Observer: Forschung und Ausbildung
Die erste Ausgabe des „Regional Integration Observer” im Jahr 2009 beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit dem Thema „Forschung und Ausbildung” im Bereich der vergleichenden regionalen Integration. Die verschiedenen Artikel fragen nach den grundsätzlichen Herausforderungen in diesem Feld und stellen einige Beispiele aus verschiedenen Weltregionen vor, wie das "West Africa Institute" auf den Kapverden und "CARICOM Park" in Barbados. Des Weiteren enthält dieser RIO eine Reihe von Kurzkommentaren renommierter Wissenschaftler zu der Frage, warum die Beschäftigung mit Themen europäischer Integration auch außerhalb Europas eine große Bedeutung genießt. Mehr…
 
 Neuer Prorektor für Forschung und wissenschaftliche Nachwuchsförderung
ZEI-Direktor Prof. Dr. Jürgen von Hagen gewählt als neuer Prorektor für Forschung und wissenschaftliche Nachwuchsförderung

ZEI-Direktor Prof. Dr. Jürgen von Hagen wurde vom Hochschulrat der Universität Bonn zum neuen Prorektor für Forschung und wissenschaftliche Nachwuchsförderung gewählt. Mit Beginn des Sommersemesters 2009 tritt er sein neues Amt an, das sein großes Engagement beim Aufbau des ZEI im zurückliegenden Jahrzehnt auf der Ebene der gesamten Bonner Universität weiterführen wird. Der international hoch angesehene Ökonom bringt umfassende Erfahrungen und Erfolge in Forschung und Lehre in die neue Aufgabe ein.
 
 ZEI Summer School in Macroeconomics: Heterogeneity in Macroeconomics
Die "ZEI Summer School in Macroeconomics" ist eine jährliche Veranstaltung mit dem Ziel, junge Ökonomen zu einer Vorlesungsreihe zusammenzubringen, welche die gegenwärtigen Grenzen der Forschung auf ihrem Interessengebiet abdeckt und darüber hinaus eine Gelegenheit für anregende Diskussionen sowie für die Präsentation ihrer eigenen Forschung einer Gruppe internationaler Wissenschaftler gegenüber bietet. Die nächste Summer School zum Thema "Heterogeneity in Macroeconomics" findet vom 21.-30. Juni 2009 statt. Weitere Informationen zu Ablauf und Teilnahmevoraussetzungen finden Sie hier...
 
 Schriften des ZEI - Neuerscheinung
Thomas Demmelhuber, EU-Mittelmeerpolitik und der Reformprozess in Ägypten. Von der Partnerschaft zur Nachbarschaft.

Thomas Demmelhuber, EU-Mittelmeerpolitik und der Reformprozess in Ägypten. Von der Partnerschaft zur Nachbarschaft, Schriften des Zentrum für Europäische Integrationsforschung (ZEI), Band 69, Baden-Baden: Nomos, 343 Seiten, 2009,
ISBN 978-3-8329-4460-5

Thomas Demmelhuber, EU-Mittelmeerpolitik und der Reformprozess in Ägypten. Von der Partnerschaft zur Nachbarschaft.

Eine wohlhabende, demokratische und stabile Mittelmeerregion ist sowohl im Interesse der Europäischen Union (EU) als auch der arabischen Partnerländer im südlichen Mittelmeerraum. In der Schlusserklärung von Barcelona aus dem Jahre 1995 und in den Dokumenten zur Europäischen Nachbarschaftspolitik sind diesbezüglich konkrete Ziele formuliert und Mechanismen der Zusammenarbeit etabliert worden. Bis heute herrscht Konsens darüber, dass es zur Erreichung dieser Interessen einer umfassenden sozioökonomischen Entwicklung und letztlich einer Demokratisierung der Nachbarländer bedarf. Aber reichen die verfügbaren außenpolitischen Instrumente und Strategien aus, um die gemeinsamen Interessen zusammen mit den arabischen Partnerländern zu verfolgen? Vor diesem Hintergrund analysiert eine nun veröffentlichte Studie von Thomas Demmelhuber die EU-Mittelmeerpolitik seit 1995 am Fallbeispiel des ägyptischen Reformprozesses und fragt nach den Ergebnissen der Kooperation.

Thomas Demmelhuber hat am Institut für Politische Wissenschaft an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg als Stipendiat der Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. promoviert. Begleitend dazu nahm er am Junior-Fellow-Programm am ZEI in Bonn unter der Leitung von Prof. Dr. Ludger Kühnhardt teil.
 
 Die geistige Verankerung des ZEI in der Bonner Politischen Wissenschaft
Die emeritierten und aktiven Professoren der Bonner Politikwissenschaft beim Festakt aus Anlass der Institutsgründung am 5.Februar 2009 im Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Von links nach rechts: Wolfram Hilz, Ludger Kühnhardt, Christian Hacke, Karl Dietrich Bracher, Hans Adolf Jacobsen, Karl Kaiser, Hans-Peter Schwarz, Tilman Mayer, Frank Decker.

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Vor 50 Jahren wurde an der Bonner Universität das Seminar für Politische Wissenschaft und Zeitgeschichte durch Prof. Dr. Karl Dietrich Bracher gegründet. Das Seminar – heute Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie – ist zu einem wichtigen Träger der politischen Kultur in der Bundesrepublik Deutschland geworden. Seminargründer Karl Dietrich Bracher ist heute der einzige lebende Bonner Preisträger des Ordens Pour le Merite für die Wissenschaften. Seine weltweit angesehenen Forschungen zur Auflösung der Weimarer Republik, zur Diktatur des Nationalsozialismus und zur Zeit- und Ideengeschichte sind ein prägendes Fundament des geistigen Lebens in der deutschen Nachkriegsdemokratie geworden. Mit seinem Wort von der „postnationalen“ Demokratie hat er frühzeitig die europäische Öffnung Deutschlands und engagierte Hinwendung zur europäischen Integration charakterisiert. In den neunziger Jahren hatten die Bonner Politikwissenschaftler Hans-Peter Schwarz und Karl Kaiser maßgeblichen Anteil an der Konzeption des Zentrum für Europäische Integrationsforschung und seiner Einbettung als interdisziplinäres Forschungs- und Weiterbildungsinstitut in die Universität Bonn. ZEI-Direktor Ludger Kühnhardt hat seinem akademischen Lehrer Karl Dietrich Bracher in der Festschrift, die aus Anlass des 50.Gründungsjubiläums der Bonner Politikwissenschaft erschienen ist, einen programmatischen Aufsatz gewidmet, der Werk und Wirkung des Nestors der deutschen Zeitgeschichtsforschung analysiert: Tilman Mayer/Volker Kronenberg (Hrsg.), Streitbar für die Demokratie. „Bonner Perspektiven“ der Politischen Wissenschaft 1959-2009, Bonn: Bouvier 2008, 645 Seiten.

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Die emeritierten und aktiven Professoren der Bonner Politikwissenschaft beim Festakt aus Anlass der Institutsgründung am 5.Februar 2009 im Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland . Von links nach rechts: Wolfram Hilz, Ludger Kühnhardt, Christian Hacke, Karl Dietrich Bracher, Hans Adolf Jacobsen, Karl Kaiser, Hans-Peter Schwarz, Tilman Mayer, Frank Decker.
 
 Vortrag: Die türkische Armee und der Kemalismus
Andreas Marchetti (ZEI) und Eckhard Lisec, Brigadegeneral a.D.

A. Marchetti (ZEI) u. E.Lisec, Brigadegeneral a.D  .
„Kann die türkische Armee noch Hüterin des Kemalismus sein?“ Diese Frage untersuchte Brigadegeneral a. D. Eckhard Lisec am 27. Januar 2009 vor einer großen Zuschauerzahl im Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn. Gemeinsam mit der Deutsch-Türkischen Gesellschaft (DTG) und der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) hatte das ZEI zu diesem spannenden und informativen Vortrag im Rahmen des ZEI-Europadialoges geladen. Brigadegeneral Lisec spannte in seinen Ausführungen einen Bogen von den Anfängen des Kemalismus und der türkischen Armee bis heute und konnte dabei auch auf seine persönlichen Erfahrungen als Deputy Chief of Staff Support im NATO-Korpsstab Istanbul zurückgreifen. In der anschließenden regen Diskussion standen insbesondere die Fragen im Mittelpunkt, wer in der heutigen Türkei die Macht im Staat verkörpere und welche Prognosen es für die Zukunft gebe.
 
 ZEI gewinnt ehemaligen Generalsekretär des Europarates als neuen Dozenten
Der Master of European Studies des Zentrum für Europäische Integrationsforschung gewinnt Daniel Tarschys, Professor für Politikwissenschaft und öffentliche Verwaltung an der Universität Stockholm, als neuen Dozenten.

Daniel Tarschys war von 1994 – 1999 Generalsekretär des Europarates in Strassburg. Zuvor war er unter anderem Staatssekretär im Büro des schwedischen Premierministers und Berater des Finanzministeriums. Er unterrichtet im Master of European Studies das Modul „Policies for Coherence and Structural Change”.

Der Master of European Studies findet derzeit im 11.Studienjahr statt. Die Class of 2009 mit 28 Studierenden aus 15 Ländern, wird von einem Kreis hochkarätiger Dozenten aus Wissenschaft und Praxis in den Schwerpunkten Politische Wissenschaft, Rechtswissenschaft und Wirtschaftswissenschaft unterrichtet und auf eine Karriere in den Strukturen und Zusammenhängen der europäischen Integration vorbereitet.
 
 Neuerscheinung
Ludger Kühnhardt (Hrsg.), Crises in European Integration
Ludger Kühnhardt (Hrsg.), Crises in European Integration

Ludger Kühnhardt (Hrsg.), Crises in European Integration. Challenges and Responses, 1945-2005, Oxford/New York: Berghahn Books, 167 Seiten, 2008, ISBN 978-1-84545-441-8

While the major trends in European integration have been well researched and constitute key elements of narratives about its value and purpose, the crises of integration and their effects have not yet attracted sufficient attention. This volume, with original contributions by leading German scholars, suggests that crises of integration should be seen as engines of progress throughout the history of European integration rather than as expressions of failure and regression, a widely held assumption. It therefore throws new light on the current crises in European integration and provides a fascinating panorama of how challenges and responses were guiding the process during its first five decades.
 
 ZEI Discussion Paper
Meredith Tunick: Promoting Innovation in the European Union- On the Development of Sound Competition and Industrial Policies

(ZEI Discussion Paper C 191/Bonn 2009)

Die für 2010 gesetzte Frist für das Ziel der Lissabon-Strategie, die EU zum wettbewerbsfähigsten, dynamischsten und wissensbasiertesten Wirtschaftsraum der Welt zu machen, der fähig ist, dauerhaftes Wirtschaftswachstum zu ermöglichen, nähert sich schnell. In dem heutigen globalen wirtschaftlichen Umfeld sind Politiker mehr denn je gefordert, Politiken zu entwerfen, die geeignet sind, für wirtschaftliches Wachstum zu sorgen und die Wettbewerbsfähigkeit zu fördern. Die Autorin regt in dem Zusammenhang ein neues Denken an und argumentiert für eine auf Innovationen beruhende politische Infrastruktur. Sie ruft europäische Politiker auf, ein adäquates, wettbewerbsfähiges Umfeld zu schaffen, in dem sich innovatives Handeln am Besten entfalten kann. Dabei nutzt sie relevante Werke von Schumpeter und Hayek, um ihre wirtschaftspolitische Argumentation zu untermauern.
 
 Nationale Grunddispositionen beiderseits des Rheins
Ungeachtet ihrer häufig zugesprochenen Motorfunktion für die europäische Integration gehen die europapolitischen Vorstellungen der politisch Handelnden in Deutschland und Frankreich häufig auseinander. Die detaillierte Bestimmung, in welchen Bereichen Übereinstimmungen, Unterschiede oder gar offene Gegensätze bestehen, ist das Ziel der Beschäftigung mit den nationalen Grunddispositionen gegenüber der EU in Frankreich und Deutschland, an der sich im Rahmen des Forschungsprojekts „Deutschland und Frankreich angesichts der europäischen Krisen“ Wissenschaftler aus beiden Ländern beteiligen. Als Grundlage für die Analyse der einzelnen Politikbereiche haben Wissenschaftler des Ifri seit Sommer 2008 zahlreiche Interviews mit deutschen und französischen Entscheidungsträgern und Meinungsbildnern geführt. Die ersten Resultate wurden im Rahmen einer deutsch-französischen Konferenz am 16. Dezember 2008 am Ifri in Paris den beteiligten Wissenschaftlern vorgestellt. Die in deutsch-französischen Gruppen arbeitenden Wissenschaftler hatten während der Konferenz die Möglichkeit zum gegenseitigen Austausch und skizzierten die Grundlinien ihrer jeweiligen Beiträge. Im Laufe des Jahres 2009 werden die einbezogenen Autoren detaillierte Einzelanalysen vorlegen, die im Herbst 2009 in einen von ZEI und Ifri herausgegebenen Sammelband einfließen. Die beiden Koordinatoren des Projekts, Dr. Claire Demesmay (Ifri) und Andreas Marchetti (ZEI), skizzierten die Bedeutung dieser Analysen für die spätere Generierung von europapolitischen Entwicklungsszenarien in der zweiten Hälfte des gemeinsamen Forschungsprojekts.
 
 ZEI EU-Turkey-Monitor untersucht Entwicklungen in der Kaukasusregion
Nach den georgisch-russischen Auseinandersetzungen im August 2008 stellt sich die Frage nach den Möglichkeiten zur dauerhaften Befriedung der Region und ihrer "frozen conflicts". Über die Chancen eines Stabilitätspakts für den Kaukasus reflektiert Botschafter a. D. Geert Ahrens in der Ausgabe 3/2008 des „ZEI EU-Turkey-Monitor“. Daneben nehmen georgische, russische und türkische Autoren zu den Entwicklungen seit der Eskalation im Sommer 2008 Stellung. Darüber hinaus bietet der „ZEI EU-Turkey-Monitor“ im Lichte neuester Lösungsbemühungen einen historischen Zugang zum Verständnis des Zypernkonflikts, eine Analyse des Fortschrittsberichts der Kommission sowie eine Beurteilung der Auswirkungen der internationalen Finanzkrise auf die Türkei. Mehr…