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 Institutionelle Gestaltung föderaler Systeme: Theorie und Empirie
DFG Schwerpunktprogramm
 
Projektziel Das primäre Ziel des Forschungsprojektes - das im Rahmen des DFG Schwerpunktprogramms von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert wird - ist die umfassende ökonomische Analyse des (fiskalischen) Föderalismus in Deutschland und in Europa unter Beachtung institutioneller und politischer Gegebenheiten und Gestaltungsmöglichkeiten. Thematisiert werden die vertikalen Beziehungen zwischen den Gebietskörperschaften (Bund – Länder – Gemeinden – Sozialversicherung, Nationalstaaten – EU) sowie die horizontalen Beziehungen (zwischen den Ländern, z. B. im Rahmen des Länderfinanzausgleichs, zwischen den Gemeinden, z. B. im Hinblick auf Wettbewerbseffekte, zwischen den Mitgliedsländern der EU). Hierbei soll über den in der Finanzwissenschaft dominanten Forschungsansatz des vertikalen und horizontalen (Steuer-, Subventions-, Ausgaben-)Wettbewerbs deutlich hinausgegangen werden und insbesondere auch die politischen und institutionellen Steuerungs- und Kontrollinstrumente und –mechanismen und deren Einfluss auf das Finanzgebaren von Regierungen, das Wirtschaftswachstum und die Wohlfahrt untersucht werden.

Aufbauend auf den hierbei erzielten Forschungsergebnissen sollen Konsequenzen aus den deutschen und internationalen Erfahrungen für ein zukünftiges föderales System in Europa und für den Aufbau föderaler Systeme in den Ländern Ost- und Mitteleuropas abgeleitet werden. Methodisch dem internationalen Stand der Wissenschaft entsprechende empirische und quantitative Untersuchungen der Verteilungswirkungen, der Effizienz und der dynamischen Wirkungen der bestehenden föderalen Institutionen fehlen weitgehend in der wirtschaftswissenschaftlichen Forschung in Deutschland. Ein zweites Ziel des Forschungsprojekts ist es daher, die bestehenden Forschungslücken und den wissenschaftlichen Abstand zur internationalen Spitzenforschung in diesem Bereich der Wirtschaftswissenschaft zu schließen. Ferner gibt es kaum Beziehungen zwischen der Föderalismusforschung in der Politikwissenschaft, den Forschungsarbeiten von Finanzjuristen und der wirtschaftswissenschaftlich orientierten Föderalismusforschung. Ein drittes Ziel ist es daher, dass das primär finanzwissenschaftlich orientierte Forschungsprojekt interdisziplinäre Arbeiten zwischen diesen Wissenschaften anregt und so dazu beiträgt, die Erkenntnisse der Föderalismusforschung in der Politikwissenschaft und der Rechtswissenschaft stärker in die ökonomische Föderalismusforschung einzubinden und umgekehrt, Erkenntnisse aus der ökonomischen Forschung in die relevanten Teildisziplinen der Politik- und Rechtswissenschaft zu tragen.
   
Projektstruktur Aus der betont quantitativen und empirischen Ausrichtung des Forschungsprojekts ergibt sich eine starke Orientierung auf Fragestellungen mit (aktueller oder zukünftiger) finanzpolitischer Relevanz. Dies wird im Rahmen des Forschungsprojekts auch dadurch zum Ausdruck gebracht, dass ein regelmäßiger Dialog mit Fachvertretern aus Bundes- und Landesministerien sowie Verbänden geführt wird. Hierbei wird die Absicht verfolgt, die Kommunikation zwischen Forschung und Praxis zu intensivieren, zu fördern und der Politik mehr wissenschaftlich fundierte Entscheidungsgrundlagen zu liefern. Dafür verfügt das Projekt über einen Beirat, der sowohl von Wissenschaftlern als auch Praktikern, vorrangig aus der Finanzpolitik (Bund- und Länderebene, aber auch internationalen Institutionen), besetzt ist.

Im Rahmen des Projektes werden Daten erhoben und Publikationen vorgelegt. Workshops und Veranstaltungen sowie unterschiedliche Einzelprojekte an verschiedenen Universitäten in Deutschland runden das Forschungsprojekt ab.
   
Projektmitarbeiter Prof. Dr. Jürgen von Hagen, Christoph Bierbrauer
   
Publikationen Bitte klicken Sie hier für die Liste der Publikationen, die bisher aus dem Forschungsprojekt entstanden sind.
   
Kontakt Christoph Bierbrauer
Tel: 0228 / 73-1732
Email: christoph.bierbrauer@uni-bonn.de